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TORBOLE

HOTEL BENACO«««
Via Benaco,18 • TORBOLE SUL GARDA • TN • ITALIA
Tel. r.a. 0464 505364 • FAX diretto 0464 505973
E-mail: info@onbenaco.com 

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HOTEL RESTAURANT BENACO 1908-2008

100 JAHRE

von Claudio Nodari

 

1729 Der Ursprung des Hotels Benaco

Seit mehr als fuenf Generationen befindet sich das Hotel Restaurant Benaco im Besitz unserer Familie. Es wurde schon von unserem Vorfahren Francesco Mandelli senior, der im Jahre 1826 geboren wurde, gefuehrt.
Aber die Geschichte des Hotels reicht noch viel weiter zurueck. Das genaue Datum seiner Entstehung laesst sich jedoch nicht mehr feststellen. Der Hafen von Torbole und die ihn umgebenden bunten Haeuser, unter denen sich auch das heutige Hotel Benaco befindet, bestehen seit langer, langer Zeit. Die Familie unseres Vorfahren Francesco Mandelli, der am 21. Mai 1897 in Torbole gestorben ist, wird bereits am Ende des 16. Jahrhunderts im oertlichen Kirchenbuch erwaehnt.

 


1729 schizzo del porto di Torbole si nota già l’edifico che oggi ospita l’Hotel Benaco
Documento conservato presso il museo Tiroler Landesmuseen di Innsbruck.

 

1896 Hotel Benaco – ehemalige “Trattoria alla vittoria”

Das erste Dokument, das wir bezueglich des Gebaeudes fanden, ist ein Pergament aus dem Jahre 1726. Es wird heute im Tiroler Landesmuseum aufbewahrt. Es zeigt die Haeuser am Hafen von Torbole, darunter auch das heutige Hotel Benaco. Damals gehoerte Torbole zum Oesterreich-Ungarischen Kaiserreich und es gab Grenzschwierigkeiten am Hafen. Nur deshalb ist uns die alte Skizze erhalten geblieben.

Die Familie seitens unserer Grossmutter Vittoria Mandelli (1906-1991) war seit langem in Torbole am Gardasee heimisch. Wie eingangs schon erwaehnt, reichen die Eintragungen in den torbolaner Kirchenbuechern bis zum Ende des 16. Jahrhunders zurueck.
Bis 1906 war das heutige Hotel Benaco lediglich ein einfaches Speiselokal mit dem Namen “alla Vittoria” Es gab Wein, kleine Gerichte und bescheidene Uebernachtungsmoeglichkeiten. Von der “Trattoria alla Vittoria” zeugen erste schriftliche Unterlagen aus dem Jahre 1896. Des Weiteren gibt es Berichte von Zeitzeugen und alte Fotografien. Die Lokalzeitung “Il Baldo” berichtet bis zum Jahr 1900 dreimal ueber das Gasthaus. Das Gebaeude war damals vier Meter niedriger als heute und die Adresse war “Via del Porto Nr. 34”. 1906 wurde das Hotel umgebaut und die Strasse erhielt den Namen “Via Benaco”. Unsere Vorfahren wohnten auch selbst in dem Gebaeude und das Betreiben der Speisegaststaette war nur eine ihrer vielen Beschaeftigungen.

 


Torbole il porto animato con l’antica Trattoria in un bel quadro della metà del 1800

 


Il porto di Torbole, dietro le barche la Trattoria alla Vittoria fine 800’

 

1906 Der Brand in der alten “Trattoria alla vittoria”

 


Torbole 1888

 

Am Sonntag, den 15. Juli 1906, am Abend eines ruhigen, warmen Sommertages, wuetet ein verheerender Brand in der Trattoria alla vittoria und legt den Schankraum in Schutt und Asche. Es beginnt nun eine neue Aera, die des heutigen Hotel Benaco. Aus der Asche der Gaststaette des 19. Jahrhunderts wird das behagliche Hotel im neoklassischen Stil aufgebaut.

Aus der Zeitung “L’Eco del Baldo” 17.07.1906 DER SCHWERE BRAND IN TORBOLE
“Sonntag Abend, gegen 21.30 Uhr; diejenigen, die gerade die frische Seeluft am Catena-Platz genossen, wurden Zeugen eines ungewoehnlichen Schauspiels. Torbole praesentierte einen fast unwirklichen Anblick, den eines geheimnisvollen Schlosses, das mit einem merkwuerdig roten Schimmer erleuchtet war. Die Einwohner Rivas bemerkten sofort, dass es sich um einen Brand handelte, der ungluecklicherweise ausgebrochen war. Eine Kutsche brachte uns schnell zum Ungluecksorts, wo wir uns vom Ernst der Lage und den Gefahren ueberzeugen konnten (etc. etc..).”
Aber wie entwickelt man einen konkreten Restaurierungsplan, der das neue Hotel Benaco entstehen lassen soll? Eine klare und erschoepfende Anwort fanden wir in den historischen Archiven der Gemeinde Nago-Torbole, wo noch viele Dokumente betreffend Baugenehmigungen von 1900 aufbewahrt werden.

23.07.1906 Schriftliches Gesuch um Baugenehmigung
“Ehrenwerte Behoerde, in Folge des kuerzlich ausgebrochenen Brandes im Hause des Unterzeichneten, an der Piazza del Porto Nr. 35 gelegen, besteht die dringende Notwendigkeit einer Wiederherstellung des Daches.
Ausserdem hat der Unterzeichnete die Absicht, das gesamte Gebaeude reparieren und restaurieren zu lassen und reicht hiermit beiliegende Plaene ein.
Bei dieser Gelegenheit waere es auch notwendig, das neue Dach um vier Meter anzuheben.
Aus diesem Grund ersucht der Unterzeichnete so bald wie moeglich um entsprechende Genehmigung und dankt im Voraus in positiver Erwartung. Torbole, 23. Juli 1906. Ergebenst….Francesco Mandelli und Brueder.”

 
           
Ricettario della famiglia Mandelli di fine 1800                               1905 piccole venditrici di fiori davanti alla “Trattoria alla Vittoria”

 


Torbole 1900 c. Lavandaie  al porto oggi piazza alpini 

 


Schizzo di Torbole dat.1864 collezione Hotel Benaco

               
 Schizzi di Torbole dat.1864 collezione Hotel Benaco

 

1906-1908 Die Verwandlung in das Hotel Benaco

 

Anfang des Jahrhunderts verfuegte Torbole praktisch nur ueber ein einziges “Hotel” im modernen Sinn: das “Lago di Garda”. Der Bau des Hotel Benaco stellte eine der ersten erheblichen Investitionen auf dem Hotelsektor einer Familie aus Torbole sul Garda dar. Der Uebergang von der kleinen “Trattoria alla Vittoria” mit dazugehoerigen Gaestezimmern zum Hotel Benaco mit typischem Standard eines Hotels von 1900 ist Sinnbild des Fortschrittes. Man hat schon seit einiger Zeit die Bedeutung dieser neuen Wirtschaft verstanden und beginnt nun ernsthaft in diese zu investieren.
Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts gruendeten unsere Vorfahren eine Firma, die im Namen aller Teilhaber arbeitete. So geht es aus den privaten Dokumenten und Grundbuechern hervor. Die Firma besass viele Grundstuecke, auf denen auch der Anbau von Gemuese (Broccoli, vor allem aber Spargel) betrieben wurde. Das Gemuese wurde direkt nach Oesterreich exportiert, von woher im Gegenzug Salz importiert wurde. Der wirtschaftliche Erfolg der Firma war sicherlich auf mehrere Faktoren zurueckzufuehren: die landschaftliche Schoenheit, die Faehigkeit unserer Vorfahren, die in all den schwierigen Jahren waehrend des gesamten 19. Jahrhunderts grosses Durchsetzungsvermoegen bewiesen haben, die Produktion und der Handel mit landwirtschaftlichen Produkten und die Leitung von Verkaufsstellen fuer den Vertrieb von Staatsguetern (Brot, Tabakwaren, Fisch).

Es waren sicherlich Ausdauer und vielleicht auch uebermaessige Unternehmungslust, durch die Neid hervorgerufen wurde. Neid, der mit der erklaerten nationalistischen, italienischen Treue in Zusammenhang stand. Durch ihre Taetigkeit in der Vetretung der Gemeinde wurden die Gebrueder Mandelli auch in einen Prozess wegen heimlicher Auswanderung von jungen Irredentisten in Italien mit hineingezogen. Dies bezahlten sie mit einem hohen Preis: die politische Verbannung im Jahr 1915 in das Lager von Gross-Sieghart in Oesterreich, nordoestlich von Wien an der Grenze zur Slowakei.
Die Lebensbedingungen hier waren fuerchterlich und die Brueder erkannten sofort: der einzige Weg fuer sie und ihre Kinder zu ueberleben, war, den Ausweg aus diesem Verbannungslager zumindest zu versuchen. Also bezahlten sie aus eigener Tasche die Miete fuer ein Haus ausserhalb des Lagers und erklaerten sich bereit, jeden Tag das Registrierbuch nahe dem Lager zu unterschreiben. Eine schreckliche Erfahrung, drei Jahre der Not und Entbehrung, die eine schmerzhafte Spur bei allen nachfolgenden Generationen hinterliess.
Es mangelte also nicht an Kapital fuer ein neues Unternehmen, was einen guten Unternehmer das Beste hoffen laesst. Fuer Torbole war dies ein magischer Moment. Der endgueltige Anstoss in der Entscheidung, die Trattoria “Alla Vittoria” in ein Hotel umzuwandeln, fand also im Juli 1906 statt, als die Trattoria durch den verheerenden Brand zerstoert wurde.

29.08.1906 Brief ueber die Vorstellung des endgueltigen Projektes
Nach Erhalt der Genehmigung praesentierten die Gebrueder Mandelli ihr endgueltiges Projekt:
“Ehrenwerte Gemeindeverwaltung, in Bezug auf den juengsten Erlass der Gemeinde, mit dem der Wiederaufbau und die Anhebung des Gebaeudes gewaehrt wurde [..], die Unterzeichneten fuehlen sich geehrt, nun das endgueltige Projekt der geplanten Restaurierung zu entwerfen [..]. Torbole, 29. August 1906. NB Das Gebaeude wird fuer den Gebrauch einer ‘Trattoria’ und eines Hotel verwendet. Gebrueder Mandelli.”
Zum ersten mal wird offiziell der Wille unterzeichnet, aus der alten Osteria ein Hotel in modernem Sinne zu verwirklichen, wie das Projekt unmissverstaendlich darlegt.

09.06.1908 Ende der Arbeiten
20 Monate nach Anfang des Wiederaufbaues kommen die Gebrueder Mandelli zum Abschluss der Arbeiten. Zum ersten mal wird der Name des Hotels ausgesprochen: Hotel Benaco.

 


1907 punteggi sull’Hotel Benaco il restauro ed ampliamento procede velocemente
(per gentilissima concessione della Fondazione G. Negri di Brescia)

 


Guida turistica tedesca del 1908         collezione Hotel Benaco

 


Primo stemma dell’Hotel Benaco 1908

 

       
Collezione Hotel Benaco

 


contabile Famiglia Mandelli 1911-1915

 


Progetto del nuovo Hotel Benaco 1906 ( presso archivio comunale di Nago Torbole)

 

         

                                             foto su vetrino 1900 circa                                                                 Progetto del 1906(9)
 


Sezione del progetto Hotel Benaco 1906

 


Foto terrazza-veranda hotel Benaco 1908                          collezione Hotel Benaco

 

         
1910 c l’altro Hotel gestito dalla famiglia Mandelli a Torbole: l’albergo Trentino

 

 1908 DIE EROEFFNUNG DES NEUEN HOTEL BENACO

Wir koennen also annehmen, dass es der 15. Juni 1908 war, an dem die inoffizielle Eroeffnung des Hotel Benaco stattfand, denn offizielle Eroeffnungen gab es mindestens zwei: eine am 22. Juli 1908, die andere am 20. September 1908.

Aus der Zeitung “L’Eco del Baldo” 21.07.1908: “Morgen findet die Eroeffnung des neuen Hotel Benaco statt, das sich am Hafen befindet. Das mit viel Luxus ausgestattete Hotel steht unter der Leitung der Gebrueder Mandelli aus Torbole, denen wir viel Glueck wuenschen.”
Aus der Zeitung “L’Eco del Baldo” 21.09.1908: “Gestern um 14.00 Uhr fand die feierliche Eroeffnung des Hotel Benaco statt, bei der auch unsere oertliche Musikkapelle auftrat. Unter den Anwesenden befanden sich ausserdem diverse Gaeste und viele Buerger, zum Grossteil aus Riva. In allen Saelen und auch auf der Terrasse draengten sich die Menschen.
Die Musiker ernteten fuer ihr feierliches Rahmenprogramm riesigen Applaus. Das Fest dauerte den ganzen Tag an. Wir wuenschen den Unternehmern Gebrueder Mandelli, Soehne des verstorbenen Francesco, viel Erfolg mit ihrem eleganten Hotel, denn sie haben sich wirklich alles Glueck verdient.”

Einige Tage vor der offiziellen Eroeffnung vom 21.09.1908 besuchten uns einige Journalisten vom “Eco del Baldo”, die uns eine interessante und genaue Beschreibung darueber gaben, wie sich das Hotel bei der Eroeffnung praesentierte. Wir hatten wirklich grosses Glueck, so eine genaue, detaillierte Beschreibung und auch Werbung zu erhalten, die in dieser Form nur wenigen Hotels der Umgebung zuteil kam. Sicherlich trugen auch die nie verborgenen irredentistischen Anschauungen der Familie Mandelli dazu bei.

Aus der Zeitung “L’Eco del Baldo” 17.09.1908: “Wir wollten das Hotel genauer besichtigen und staunten ueber die Eigentuemlichkeit, die Eleganz und den Komfort. Das Hotel Benaco kann muehelos mit anderen Hotels ersten Ranges konkurrieren. Die Herren Mandelli hegten seit langer Zeit den Wunsch, ein nationales Hotel in Torbole zu errichten und der Brand vor zwei Jahren hatte den Ausschlag gegeben….Annibale Sforzellini war der Konstrukteur und Unternehmer der Arbeiten. Mit bewundernswerter Geduld und Intelligenz baute er weitere Stockwerke auf den Truemmern des Hauses auf, indem er sich der intakt gebliebenen Hauptmauern bediente. Das Besondere daran: er hat das neue Gebaeude so geplant, dass alle Raeume unabhaengig voneinander und separat zugaenglich sind. Das Hotel ist im Erdgeschoss mit einem Cafè, einem Saal und einer “Osteria” (Gasthaus) mit separatem Eingang ausgestattet. In der ersten Etage befindet sich ein sehr eleganter Speisesaal, ein nagelneuer Leseraum, extravagante Toiletten, etc. Ausserdem verfuegt das Hotel ueber dreissig Zimmer, die zur Zeit fast alle belegt sind. Das Mobiliar, geliefert von Vigilio Baroni, Eigentuemer des Kaufhauses Tridentino in Riva, ist sehr luxurioes, man findet es nur selten in anderen namhaften Hotels. Das gesamte Mobiliar stammt aus Wien, ebenso Teppiche, Vorhaenge, Gemaelde und elegante Vasen, die man an jedem Platz hier vorfindet. Die schlichten und eleganten Malereien wurden von einem modernen Kuenstler aus Riva namens Ferrari sehr gewissenhaft ausgefuehrt. Ein echtes Meisterwerk ist das Gelaender von Furioli aus Torbole. Die Zimmer strahlen eine besondere Eleganz aus und sind fast alle mit hellen Moebeln ausgestattet. Die eleganten Baeder sind aus Marmor, das Zubehoer aus feinstem Porzellan. Im ersten Stockwerk befindet sich eine Terrasse aus Eisenbeton, die sich ueber den Garten des “casa Stefenelli” (heute Hotel Geier) erstreckt, von wo aus man die herrliche Aussicht auf den zauberhaften See hat. Auch auf der Vorderseite des Hotels ist der Ausblick auf den See nicht verbaut, wenn auch das Nachbarhaus etwas hervorragt. Man kann den gesamten Hafen bis zum Anlegesteg der Schiffe sehen. Das Hotel verfuegt ueber eine gute Kueche. Die verschiedenen Speisen werden von einer hervorragenden Koechin, die ebenfalls aus Torbole stammt, immer frisch zubereitet. Die Herren Mandelli haben mit viel Elan und Initiative Torbole mit einem gut gefuehrten, eleganten, nationalen Hotel ausgestattet und verdienen daher grosses Lob und Ermutigung. Bleibt also zu wuenschen, dass die Gesellschaft aus Riva und Arco, die oft in Torbole verweilt, von nun an das Hotel Benaco frequentiert, wo sie jeden erdenklichen Komfort geniessen koennen.
Gaebe es in Torbole mehr innovative Menschen wie die Gebrueder Mandelli, wuerde der Ort in wenigen Jahren eine enorme Entwicklung erfahren. Wir wuenschen Ihnen von Herzen auch weiterhin viel Erfolg.”

Die Zeit bis zum Ausbruch des grossen Krieges im Jahr 1914 war fuer das Hotel Benaco sicherlich eine glueckliche, heitere und lohnende Zeit. Zwar handelte es sich um ein Hotel fuer fremde Besucher, man engagierte sich aber gluecklicherweise auch fuer Feste und Ereignisse, die die ganze Gemeinde miteinbezogen. Man muss bedenken, dass Torbole zur damaligen Zeit nur ueber wenige Hotels verfuegte. Von denen, die sich wirklich “Hotel” nennen konnten, gab es lediglich drei.

Aus der Zeitung “L’Eco del Baldo” 23.02.1909: “Gestern Abend fand im Hotel Benaco ein Maskenball statt, der erst heute Morgen um 5.00 Uhr ohne jeglichen Zwischenfall zu Ende ging. Es war ein glaenzendes Fest.”

Aus der Zeitung “L’Eco del Baldo” 03.10.1909: “Ab morgen beginnen im Garten des Hotel Benaco die Auffuehrungen des Filmes “Elsa”. Wir wuenschen viel Erfolg.”

Aus der Zeitung “L’Eco del Baldo” 10.06.1912: “Professor Ghirotti weilte im Hotel Benaco. Gestern Abend fand im Saal des Erdgeschosses des Hotel Benaco eine aussergewoehnliche und geheimnisvolle Veranstaltung des beruehmten Kuenstlers Prof. Ghirotti statt. Im Saal draengten sich die Leute, die herbeigeeilt waren, um zwei unbeschwerte Stunden zu geniessen und das wirklich einzigartige Koennen des verehrten Professors zu bewundern.
Die Begeisterung ueber die Vorfuehrungen der unglaublichen Kunststuecke war riesengross. Besonders das der Namen und dazugehoerigen Nummern, mit dem Prof. Ghirotti sein erstaunliches Gedaechtnis demonstrierte, fand grossen Anklang. Die Zuschauer verfolgten aufmerksam und verzueckt die dargebotenen Kunststuecke. Auch die Nummer mit der schwarzen Asche, aus der der Zauberkuenstler unzaehlige Papierstueckchen, eine endlose Zahl kleiner Fahnen und am Ende gar eine fast zwei Meter lange Fahne hervorzauberte, wurde mit allgemeinem Applaus bedacht.”

 


1908 primo depliant dell’Hotel Benaco si noti la foto in basso quanto il lago rientrava rispetto all’oderna stradina

 


Foto scherzosa famigliare sulla carrozza dell’Hotel Benaco nel cortile dell’odierno.

 

             
Cartolina pubblicitaria 1910 c. si noti sul retro dell’Hotel come il lago avanzasse notevolmente, rispetto l’odierno fronte, di almeno 30-40 metri

 


Da “Guida del trentino” di Cesare Battisti 1913 :Hotel Benaco-25 stanze -Grande terrazza-Bagni-Camera oscura-.

 


Schedina di Notifica 1912 c.

 

1915-1924 Verbannung nach Oesterreich und Rueckkehr – DER ERSTE WELTKRIEG

Bis 1918 war Torbole und das gesamte Trentino Teil des oesterreichisch-ungarischen Reiches. Im Jahr 1915 begann fuer die Familie das Drama: mit Ausbruch des Krieges fluechtete die ganze Familie zunaechst nach Gross-Sieghart in Niederoesterreich, dann nach Heiligenberg, ebenfalls in Oesterreich. Vor allem aber der Tod von Giulia Mandelli (1847-1915) war ein grosser Verlust fuer die Familie. Laut Zeugen, wie z. B. Enkelin Vittoria Mandelli (1906-1991), war sie der wahre unternehmerische Geist und die Verwalterin der Firma Mandelli.
Nach der Rueckkehr aus Oesterreich setzte die Familie alles daran, Schadensersatz fuer die durch den Krieg entstandenen Schaeden zu erhalten (vor allem fuer den seit Jahren vernachlaessigten Anbau). Im Jahr 1920 traf die Familie ein neuer Schlag: der fruehzeitige Verlust von Francesco Mandelli (1852-1920), der zehn Kinder und seine Ehefrau hinterliess, die wenig spaeter ebenfalls verstarb. Von der Familie Mandelli verblieben jetzt also nur noch Giovanni Battista (1854-1934) und Pietro Lino, die sich, u.a. auch aufgrund der Erbmasse der zehn noch minderjaehrigen Kinder von Francesco, gezwungen sahen, die Aufteilung des gesamten Erbgutes der Familie voranzutreiben.
Wie aus dem Familienarchiv, das bis 1991 von Vittoria Mandelli und spaeter von deren Enkel Claudio Nodari aufbewahrt wurde, hervorgeht, wurde der komplette Besitz also aufgeteilt. Aber obwohl einem frueherem Uebereinkommen nach auch das Hotel Benaco aufgeteilt wurde (zugunsten der minderjaehrigen Kinder), blieb das Hotel laut der endgueltigen Teilungsurkunde seltsamerweise trotzdem unaufgeteilt, sei es in Bezug auf die Immobilie als auch in Bezug auf das Inventar. Vielleicht dachte man, dass das Hotel schnellstmoeglich dem Vormund der minderjaehrigen Kinder anvertraut wurde? Wahrscheinlich war dem so. Mit der Verpachtung des Hotels war die Zukunft und das Studium der Waisenkinder sowieso gesichert. Jedenfalls wurde das Hotel im Jahr 1923 von der Firma Ottavio Merli aus Riva restauriert, von der uns der detaillierte Kostenvoranschlag blieb. Was brachte der Ausgang des ersten Weltkrieges dem Hotel Benaco? Gebaeudeschaeden in Hoehe von £ 15.000 im Jahr 1923 und £ 7.300 fuer beschaedigtes Mobiliar.
Das was im Detail aus dem Kostenvoranschlag von gut 31 Seiten hervorgeht, ist, dass die Stabilitaet des Gebaeudes keinerlei Schaeden davongetragen hatte. Ebenso keine Schaeden, die die Restaurierung der verbliebenen Sachen verhinderten. Die einzigen Anzeichen fuer Gewalt waren die kaputten Glastueren, einige Einschlaege in den Mauern, Schutt und Truemmer in den einzelnen Etagen, zerstoerte Strassenpflaster, aber weiter nichts Ernsteres.

 


Passaporto austriaco di GiovanniBattista Mandelli (nonno materno di Giovanni Nodari)

 

 

    
Esempio di fattura per riparazione datata 1924

 

1924-1927 Die Jahre der Verpachtung – DAS ALLGEMEINE INVENTAR DES HOTEL BENACO TORBOLE

Die Anfangsperiode, in der das Hotel Benaco verpachtet wurde, war eher muehsam. Innerhalb nur weniger Jahre
ging das Hotel an einen gewissen Rulfini, in der Saison 1924/25 sicher an Herrn Camillo Wenzel (Wiener), dann an Herrn Sigurtà Guido di Riva, der es schliesslich an Herrn Carlo Hermel weitergab.
Durch die letzten Ereignisse gezwungen, das Hotel zu verpachten, war es notwendig eine Inventur aller beweglichen Besitztuemer des Hotels bis ins kleinste Detail durchzufuehren. Ein gluecklicher Zufall fuer die Rekonstruierung des Hotel Benaco’s war die Wiederentdeckung des “Generalinventars des Hotel Benaco – Torbole”. Ein Heft von gut 80 numerierten Seiten, dass uns die Organisation eines Hotels der zwanziger Jahre aus Torbole sinngetreu ueberlieferte.
Und dieses eindeutige Dokument, datiert um 1924, beweist, dass es der Muehe wert ist, sich einen Augenblick laenger daran aufzuhalten, wie bei einem Foto, um die interessantesten Details zu bewundern.

ZIMMER: Betten aus Buchenholz, Betten aus Ulmenholz, Betten aus Eisen, Betten aus Nussbaumholz, Betten aus Eichenholz

Ausser dem Material wechselt dann auch der Stil, in der Regel von groesster Verschiedenheit und persoenlicher Note. Das gleiche Material des Bettes wurde auch fuer die Nachttische, Schraenke, Tische, Stuehle und Frisierkommoden verwendet:
Buche massiv, Typ Vienna glaenzend, Nussholz mit Basrelief, Eisen weiss lackiert, amerikanisches Nussholz,
Rotes slavonisches Buchenholz.

Ausserdem war jedes Zimmer mit einem Waschtisch verschiedenen Typs und Groesse ausgestattet;
z. B.: “mit zwei Schranktueren, zwei Schubladen, aus Marmor, Groesse 110 x 50 cm, mit Erhebung, Porzellanfliesen und einem facettiertem Spiegel 75 x 44”.
Die Beleuchtung war mit einer einzigen Lampe gesichert, waehrend sich in jedem Zimmer eine Klingel befand.
Weiters gab es noch: einen Teppich, einen Polstersessel, oft auch ein Ottomane (eine Art antike Ausziehcouch), Gardinen mit Messingstangen, briss pis, eine Nachtschuessel und eine Blumenvase, ein einfacher Spiegel, ein gerahmtes Bild.

DIE BADEZIMMER
Jede Etage verfuegte ueber ein Gemeinschaftsbadezimmer, bestehend aus zwei abgetrennten Raeumen: das Badezimmer fuer die persoenliche Reinigung und das Wasserclosset (Toilette). Und hier die Anordnung der Badezimmer: Eine Badewanne aus Zink, lackiert, mit Heizkessel; Waschbecken aus Porzellan, Bidet (Tonet) mit einem Porzellangefaess, Hakenaufhaenger, ein Gitter aus Laerche fuer die Fuesse, elektrische Lampe mit glaesernem Lampenschirm und eine Klingel mit kleiner Lampe. Handtuchhalter aus Messing, Seifennapf und zwei Schwammablagen. Direktionsraum aus dem allgemeinen Inventar des Hotel Benaco 1924.
KUECHE
Kochtoepfe und Kessel aus Kupfer (zu 3,4,5,10 kg), Bratenformen (aus Kupfer, kastanienfarbener oder hellblauer Lack, Alluminium), Pfannen, Waschschuesseln, Abtropfsieb, Kuchenformen, kleine Toepfe, Puddingformen, Schoepfloeffel, Schieber, Rost, Formen,feine Siebe, Vorlegegabeln, Fischkochtoepfe, Scheren, Messer (40!), ein Nudelholz, eine verzinkte Blechgiesskanne, Buttermesser, Wecker, Eismaschine mit Schlauch, Kaffeemaschine, 10 kg, aus Kupfer und eine Petroleummaschine.
SPEISEKAMMER
170 Fleischteller, 170 Dessertteller, Tassen, Sossenschuesseln, Suppenschuesseln, Glasteller, eine grosse Korbflasche zu 30 l.
STAELLE
Stall, eine Abteilung fuer Schweine mit Futterkrippe, eine Futterstelle fuer Pferde.
WAESCHEREI
Holzwanne, 2 x 80 m; zwei gezinkte Waeschereiben, beweglicher Ofen mit Backrohr aus Eisen, Kochkessel aus Kupfer, Durchmesser 0,70 x 0,60; ein weiterer, fixierter Ofen mit Kochkessel, Durchmesser 1 x 0,85 mit dazugehoerigem Wasserhahn.
GARAGE
Tisch mit Schubladen zu 2 x 0,83.
KELLER
Ein alter Eisschrank, Querbalken zu 2,85m x 18/10, kleine Faesser und ein Manometer.
DIREKTIONSRAUM
Schreibtisch mit Aufsatz, bestehend aus fuenf Schubladen aus Nussholz, mit gewundenen Beinen zu 1,28 x 0,71, gewachste, gruene Schreibtischoberflaeche. Schreibtisch [..] mit kleinen Saeulen, ein Tisch aus amerikanischem Nussholz, Stil Luigi XV, mit doppelt aufmachbarem Deckel und rotem Tuch zu 0,61 x 0,61,
zwei Lehnsessel aus schwarzfarbenem Holz mit gruener Polsterung; Geldschrank, der von der Firma Wiese & Comp. Wien benutzt wurde; schwarzgelackte Tabelle mit roten Streifen von Nr. 1 bis Nr. 39 zu 1,20 x 0,85;
Gemaelde mit Drucken von afrikanischen Landschaften, schmiedeeisener Kronleuchter im alten Stil mit aus 200 kleinen Lampen in Form von Kerzen, Kartenstaender aus Weidenruten.

RESTAURANT NACH OSTEN
Billard aus Nussholz, doppelt gezeichneter Marmor (Serfert) zu 2,55 x 1,50, sechs Billardstaebe und einen Stabhalter, sechs elfenbeinfarbige Billardkugeln, zwei Gemaelde mit koeniglichen Ebenbildern und schwarzverglaste Bilderrahmen zu 67 x 53 cm [..]; zwei Strandschirme mit vier Knoepfen.
ATRIUM ERDGESCHOSS (Haupteingang)
Theke im Stil von Luigi XIII, Basis und Becken aus Zink; nationale Flagge und Schild mit Lanze, Bild fuer Reklame, zwei Tische und fuenf Sessel aus Weidenruten, ein Schrank aus nussholzgefaerbtem Fichtenholz mit zwei Glastueren und 10 glaesernen Faechern fuer Kundenbriefe,eine Rufklingel.
SCHREIBTAFELN
Eine in Mori, eine am Bahnhof von Nago, eine am Haus Perugini angeschlagen, eine am Einsteigesteg, eine ????, eine ????
INNENHOF
Holzvase mit Palme.
AUSSENHOF
Eine Wanne mit Deckel fuer Fische, sechs Vasen mit Pflanzen (Lorbeer, etc.).
SPEISESAAL
Sechsundsechzig gewundene Tonet-Stuehle, Sitze aus Buchenholz; Messingkronleuchter mit fuenf Armen und fuenf Lampenschirmen, vier Wandleuchten mit acht Lampenschirmen [..], eine Saeule fuer Gipsvasen, eine in Ton und eine in Porzellan.
KLAVIERRAUM
Ein Klavier mit elektrischem Triebwerk,aus glaenzendem Mahagoniholz mit 24 Musikstuecken, auch manuelle Tastatur, mit zwei Armlehnen aus Messing [..], vierundzwanzig Tonet-Stuehle [..], groessere und kleinere Lehnstuehle.
TERRASSE
Zwoelf Tische aus einfachem Fichtenholz, einundfuenfzig Stuehle, achtunddreissig Vasen aus Terracotta, acht Vorhaenge 24 x 3 m [..]; ein Strandschirm aus blauem und gelbgemustertem Gewebe.
DUNKELKAMMER FUER FOTOENTWICKLUNG
Ein an der Wand fixierter Tisch 168 x 50 cm, eine mit Zink ueberzogene Holzwanne, 57 x 42 cm, mit installiertem, fliessenden Wasser; elektrisches Licht mit roter Gluehbirne [..].
VORDERSEITE AM HAFEN
Drei Laternen mit drei grossen Glaskugeln, ein Fahnentraeger [..].
SILBERZEUG
Ein Champagnerkuebel, neunzig Gabeln [..], siebenundachtzig Messer.
BUERO
Zwoelf Rechnungshefte, ein Rechnungsheft fuer die Bilanz, Papier und Briefkuverts Hotel Benaco, Prospekte Benaco, Boegen auslaendischer Aufenthalte.

               

 


1930 Torbole turisti al lago

 


1934 Hotel Benaco arrivo di facoltosi turisti in taxi

 



depliant 1930

 



depliant 1930

 


Sala direzione nell’Inventario Generale dell’Hotel Benaco 1924 c.

 


Sala lettura dell’Hotel Benaco 1925 c

 


Sala da pranzo dell’Hotel Benaco 1925c

 

         

 

         

              Libretto al risparmio anni 1925 c.                                                        Etichetta per bagagli anni 1930 c.
 


Pubblicità 1926

 


Album fotografico di turisti a Torbole 1930

 


1929 sullo sfondo arrivo della strada statale , il porto vecchio viene ridotto

 


La macerie delle case in piazza Benacense demolite per far passare la statale gardesana 1929

 


1929 Torbole turisti al lago

 


1929 Torbole turisti con gli ombrellini da sole allora di moda

 


1930 la nuova Auto-Gardesana è stata aperta....

 

           
Hotel benaco anni 1930 cerimonia pubblica                                                                                                                                                                             

 

 

         

           Lavandaie sul porto vecchio oggi Piazza Alpini        Il re alberto del Belgio in una cartolina d’epoca

 

1927-1939 Geschaeftsfuehrung durch die Familie Moertl

Vom 13. April 1927 an wurde das Hotel fuer £ 18.000 jaehrlich an die Familie Moertl verpachtet. Im Vorjahr dagegen war es noch fuer £ 24.000 verpachtet worden. Zeichen eines schnellen, wirtschaftlichen Rueckganges.
Unter der Leitung der Familie Moertl erlebte das Hotel Benaco eine gute Phase, trotz der Schwierigkeiten, die die Zeit des zwanzigjaehrigen Faschismus fuer den Tourismus mit sich brachte. Gegen Ende der zwanziger Jahre reservierte Koenig Albert von Belgien fuer gut zwei Jahre die gesamte erste Etage des Hotels einschliesslich der zugehoerigen Terrasse. Der Koenig war ein leidenschaftlicher Bergsteiger und regelmaessiger Besucher des Trentinos und der Dolomiten, aber offenbar fuehlte er sich auch vom Gardasee angezogen.

Hans und Hilde Moertl waren boehmischer Herkunft; sie leiteten das Hotel Benaco bis zum 01. Januar des Jahres 1939. Danach wurde der Betrieb an Ilario Mandelli und die Kinder von Francesco (verstorben 1920, er hinterliess zehn Kinder) weitergegeben. Der Druck der Familie Mandelli, wieder die direkte Leitung des Hotels zu erlangen, wurde dadurch beguenstigt, dass die Familie Moertl in ihre Heimat zurueckkehrte. Leider wurden sie angesichts ihres juedischen Glaubens nach einiger Zeit getoetet.
Laut Zeugenaussagen ist nicht ganz klar, ob die Familie durch Nazis oder durch russische Soldaten getoetet wurde, die gegen Ende des Krieges nach Deutschland vorrueckten.
Fakt ist, dass die Familie Mandelli der Geschaeftsfuehrung durch die Familie Moertl noch lange nachtrauerte; denn sie hatten das Hotel Benaco auf ein sehr hohes Niveau gebracht. Vermutlich war Hans Moertl nach Torbole gekommen, um als Kellner im Grand Hotel zu arbeiten. Erst spaeter bot sich ihm durch Vermittlung der Familie Mandelli die Gelegenheit, das Hotel Benaco zu fuehren. So geht es aus einer Zahlungsbestaetigung hervor.

 

1939-1945 Die Kriegsphase: Beherbergung italienischer Arbeiter und deutscher Gruppen DER ZWEITE WELTKRIEG

Der zweite Weltkrieg brachte fuer das Hotel Benaco erneute Veraenderungen mit sich.
Zunaechst wurde das Hotel an die Freizeitorganisation “Aeroplani Caproni” verpachtet, die am Tunnel Adige-Garda arbeitete, spaeter erreichte uns die deutsche Kriegsmarine auf ihrem Rueckzug nach Deutschland.
Aus dieser Epoche gibt es eine authentische Zeugenaussage, die Antonietta Simonati in Ihrem Roman “L”
veroeffentlicht hat:

Es war im Sommer 1944. Die Hotels waren entweder geschlossen oder von den militaerischen Einheiten besetzt.
Vom Fenster meines Zimmers konnte ich den Hof des “Benaco” sehen, wo Soldaten der Kriegsmarine untergebracht waren. Eines Nachmittags beobachtete ich, wie einige sehr junge Burschen dabei waren, Berge von Kartoffeln zu schaelen, waehrend sie Kriegslieder sangen. Sie hatten einen langen Tisch auf einem Gestell vorbereitet:
auf dem Tisch befanden sich Kartoffeln in gleichmaessigen Abstaenden, am Boden Wannen und Koerbe fuer die Kartoffelschalen. Singend erledigten sie ihre Arbeit in schnellem Tempo und mit grosser Sorgfalt. Sie trugen graugruene Arbeitshemden, die Haare zum Teil abrasiert oder ganz kurz. Von Zeit zu Zeit kam ein Unteroffizier vorbei, der sie ermahnte, sich zu beeilen. Sicher gab er einige witzige Kommentare von sich,zumal die Burschen aufhoerten zu singen, lachten, sich gegenseitig mit den Ellenbogen anstiessen und sich mit Kartoffeln bewarfen.
Dann fuhren sie fort, die Kartoffeln zu schaelen und weiterzusingen. Sie sangen Maersche in schnellem Rythmus und Takt. Die Kartoffeln waren die gleichen, die auch wir kochten, schoen und schmackhaft, und wurden auf den Feldern entlang des Flusses Sarca angebaut.
Am Abend schafften die Jungen die Abfaelle weg: Kartoffelschalen und Schachteln voll mit Fleisch. Sie schoben die Karren in die Naehe der Bergabhaenge, wo sich eine Art Muellgrube befand.
Wieder zurueck, entledigten sie sich ihrer Arbeitshemden, zogen kurze Hosen an, und verliessen das Hotel durch die Hintertuer, um sich zum Bad “Nones” zu begeben. Sie sprangen vom Trampolin aus ins Wasser und tauchten einige Meter weiter wieder auf, um sich im perfekten Kraulstil zu entfernen. Wir hoerten sie aus vollem Halse lachen; Wir lauschten ihren Rufen, ihre Stimmen klangen schrill und jugendlich. Sie waren die kleinen Jungen des Benaco’s. Ihr Gesang, der das Kartoffenschaelen begleitete, dauerte ca. zwei Monate an.
Eines Nachmittags konnte ich gerade noch sehen, wie der letzte militaerische Lastwagen sich auf den Weg Richtung alter Strasse nach Nago begab. Die Kriegsmarine zog weiter nach Oesterreich. Die Jungen hatten ziemlich viele Naechte damit verbracht, das Hotel zu reinigen. Sie hatten sich keiner einzigen Frau im Dorf genaehert.

Dass das deutsche Militaer auch das Hotel Benaco als Stuetzpunkt benutzte, ist also sicher und allbekannt.
Wir wissen dies von Zeugenaussagen ehemaliger deutscher Soldaten, die das Hotel in den Jahren von 1995-2000 als Gaeste besuchten.
Die Ankunft der Amerikaner im April 1945 brachte heftige Gefechte am Gardasee und an den Haengen des Monte Baldos mit sich. Bis 30. April verteidigten sich die Deutschen noch, indem sie Raketen gegen die Verbuendeten abfeuerten.
Sonderbarerweise trug das Hotel Benaco keine grossen Schaeden davon, obwohl es sich direkt am Hafen befindet, wo ein kleines Aufklaerungs-Unterseeboot stationiert war. In diesem einzigartigen Bild des Krieges sah man die Ausschiffung der Amerikaner, die gezwungen waren, Amphibienfahrzeuge zu benutzen, da der Tunnel vor Torbole von den Deutschen mit Dynamit gesprengt worden war.

 

         

                                            1944 soldato tedesco convalescente a Torbole          Torbole onda sul porto anni 30’
 


Torbole visto dal monte Brione anni 1930 c.

 

         

 


Torbole primavera 1940: Vittoria Mandelli in Nodari (1906-1991) con il primogenito Giovanni Antonio

 


Torbole 1945 aprile combat-foto sbarco di anfibi americano davanti all’Hotel Benaco

 

Zweite Nachkriegszeit 1951-1979 - GESCHAEFTSFUEHRUNG VON “NIDA” LEONILDE MANDELLI

Nach einer Restaurierung im Schnellverfahren in den Jahren 1949 und 1950 wurde 1951 das Hotel auf den Namen Leonilde Mandelli gemeldet (Tochter von Francesco Mandelli – 1852-1920), die den Betrieb bis zum 01.07.1979 fuehrte, und dann die Taetigkeit wegen “endgueltiger Schliessung und Rueckziehung von der Aktivitaet” beendete.
Die Schwierigkeiten der Fuehrung des Hotel Benaco in der zweiten Nachkriegszeit wurden zum einen Teil durch die wechselnden Besitzer und zum anderen Teil durch die knappen finanziellen Mitteln bestimmt. Dies verhinderte eine Generalrenovierung des Gebaeudes, das durch jahrelange Vernachlaessigung mit der Zeit alt und verwahrlost geworden war. Wenn sich die Hotels in der zwanzigjaehrigen Zeit des Faschismus vor der wirt-
schaftlichen Krise retten konnten, dann nur, weil die Leitung des Hotels innerhalb der Familie immense Einsparungen ermoeglichte. Einige andere Hotels dagegen, wie z. B. das Grand Hotel Torbole, mussten schliessen oder wurden veraeussert.
Aber auch fuer das Hotel Benaco gab es von 1949 bis zur Wiedereroeffnung nach dem Krieg Anzeichen fuer eine schwere Krise ohne schnelle Loesungsmoeglichkeiten.
Im Jahr 1954, mit Aufkommen des Fernsehens, befand sich der erste Apparat gerade im Hotel Benaco, wo viele sich versammelten um die ersten Uebertragungen am Bildschirm zu bewundern.
Wie fuer viele historische Hotels in Torbole verordneten die siebziger Jahre einen langsamen Wettkampf fuer
die Hotels, die nicht imstande waren zu renovieren und mit dem tugendhaften Zyklus mitzugehen, den die achtziger Jahre mit sich brachten.
Aber schon in den fruehen sechziger Jahren erwarben unser Grossvater Antonio Nodari (1898-1995) und unser Vater Giovanni Nodari, auf Draengen von Vittoria Mandelli (1906-1991), Besitzanteile des Hotels (inzwischen Dutzende) von Verwandten, die drohten ausserhalb der Familie zu verkaufen.
War es verborgener, unternehmerischer Scharfsinn oder vielleicht Sehnsucht nach der grossen Familie des zwanzigsten Jahrhunderts? Mit all ihren Widerstaenden, aber auch Werten, die Grossmutter Vittoria bewahren wollte?
Schritt fuer Schritt ging es voran, ohne die Familie Mandelli zu schroepfen, die gegen Ende der siebziger Jahre das Hotel bis zu fast 80% erworben hatte.
Wie auch immer, das Hotel Benaco blieb bis 1979 geoeffnet, wenn auch mit einem klaren und konstanten Untergang in Folge fehlender Restrukturierung. Dann folgte der Schlussakt mit der Schliessung des Hotels im Jahr 1979.
Nida (Leonilde) Mandelli, geboren im Jahr 1917 in Oesterreich, zur Zeit der politischen Verbannung der Familie waehrend des ersten Weltkrieges, verstarb 1982.
Die Stillegung des Hotels, das die gesamten achtziger Jahre andauerte, war sicherlich eine grosse Niederlage, wirtschaftlich gesehen. Man verlor den Anschluss fuer eine neuerliche Wiederaufnahme, die aufgrund des Massentourismus, der dank der konstanten Winde und der Schoenheit des Gardasees Windsurfen und Segeln praktizierte, jedoch gegeben war.
Erst im Jahr 1988, nach jahrelanger Zeit des Wartens, wurde die Gesellschaft Nodari Giovanni e C. sas. gegruendet, die die komplette Rekonstruktion und Restaurierung des Gebaeudes zum Abschluss brachte.

 

 


Anni sessanta: Nida Mandelli seconda da sinistra con tre dipendenti

 


Rinfresco “anni sessanta” all’ Hotel Benaco si tenevano anche comizi politici. Memorabile si disse l’arrivo di
Fanfani con scaramucce fra i democristiani. E i balli che al primo piano si tenevano negli anni 50 e 60 del novecento.

 

                  

                  Torbole via Benaco nel 1950 c.                                           Depliant 1954
 
                 
      Conto di ristorante anni 1960 c.                                                            1958 Giovanni Nodari primo a destra, con i fratelli Dario e Fernando Piconese

 

1980 – 2008 Juengste Geschichte – Restaurierung und Wiedereroeffnung

Wir naehern uns dem Ende der kleinen Geschichte des Hotel Benaco. Wir sind bei der Wiedereroeffnung im Jahre 1990 angekommen, es koennte die fuenfte, aber auch die sechste oder siebte Generation von Hoteliers sein. Ab 1990 zaehlte das Hotel Benaco ausser der Familie so um die zehn Mitarbeiter. Die Zeiten, in denen die Beschaeftigten Landsleute waren sind jedoch vorbei. Heute gibt es viele Mitarbeiter, die von weit her nur fuer die Saison von Maerz bis November kommen und dann wieder zurueck in ihre Heimat kehren. 1990 und 1991 waren zwei sehr schwierige Jahre. Wir hatten noch nicht wirklich realisiert, dass das Hotel sich im Zentrum des Ortes befindet. Wir kamen vom Hotel Baia Azzura, das zwischen Riva und Torbole in einer kleinen, friedlichen Oase liegt. Im ersten Jahr waren wir wie benommen. Es kamen hunderte von Menschen am Hotel vorbei. Alle traten ein, fragten oder wollten etwas. Man wuerde die Mentalitaet aendern muessen und das konnte einige Jahre dauern. Hier war ein Hafen, und alle kamen herein: angefangen von dem, der Theaterkarten wollte bis zu demjenigen, der irgendetwas anderes wollte. Nur mit der Zeit haben wir uns an diese Situation gewoehnt. Von 1995 bis 2001 besassen wir auch einen Mountainbike-Verleih von ausgezeichnetem Niveau. Dieser Geschaeftszweig war ein Schwerpunkt des Hotels. Wir hatten einen Vertrag mit der Firma Cannondale unterzeichnet, dem “Mercedes” aller Zweiraeder, gerade waehrend des Mountainbike-Booms, und vor allem fuer die deutschen Gaeste. Es war ein grosser Erfolg und wir gewannen vor allem an Ansehen und treuen Kunden. Wir haben dann versucht das Restaurant bestmoeglichst wiederaufzubauen und auch eine Pizzeria anzubieten, nachdem die Kunden immer anspruchsvoller wurden. Die Kundschaft ist wie eine Pyramide. Im Grunde handelt es sich um anhaengliche Kunden, die zu 70% aus Deutschen bestehen. Es folgen die Englaender mit 5%, der Rest sind Italiener. Dann die Gruppen,die besonders in den Nebensaisonen unverzichtbar sind: Schweden, in den letzten Jahren Finnen, Deutsche sowieso, Iren und Englaender. Sporadisch auch aus dem Osten: Ukrainer, Russen, Ungarn, Slowenier, Kroaten. Seit 1992 haben wir das Restaurant immer mehr weiterentwickelt und im Jahr 2001 mit der Pizzeria ergaenzt. Das Restaurant ist somit wieder ein unverzichtbarer Bestandteil unseres touristischen Angebotes geworden, was es fuer das Hotel Benaco auch frueher immer war hier am Hafen von Torbole.

 

         

 Inizio dei lavori di ristrutturazione febbraio 1988                  Estate 1988 demolizione del tetto e consolidamento struttura
 

 

2003 Eroeffnung der Gemaeldesammlung des Hotel Benaco

Nach jahrelangem, geduldigem Sammeln eroeffnete das Hotel Benaco im Jahre 2003 eine Galerie mit Gemaelden aus der Umgebung von Torbole. Die Familie Nodari hat die Bilder nach und nach erstanden, um zu zeigen, wie sehr das Hotel Benaco mit Torbole und seiner Umgebung verbunden ist.
Eine Huldigung an Torbole, das viele Kuenstler und Poeten beherbergte, wie einer der ersten touristischen Slogans aus den fuenfziger Jahren besagt. Die etwa 40 ausgestellten Gemaelde, vor allem auslaendischer Kuenstler, sind vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Ausserdem besitzen wir in unserem Archiv eine umfangreiche Sammlung von Ansichtskarten, Fotos aus der Region, Zeichnungen, antiquarische Buecher und einige Filmaufnahmen fuer Liebhaber der Gegend.

 


“Torbole am Gardasee” Eliere Rasmussen Eliersen 1827-1912 -collezione Hotel Benaco-

 


L. Kessler 1856 Torbole am Gardasee

 


Paul Flickel 1876 Torbole

 

         

                    Peter Woltzke Hafenszene in Tobole am Gardasee 1900                  Anonimo 1900 c.
 


Walde Volker 1931 Torbole

 

2008 100. Jahrestag

1908 - 2008 hundert Jahre....sind vergangen, fuenf oder vielleicht auch mehr Generationen folgten, das Hotel Benaco sowie das Doerfchen Torbole sul Garda haben sich weiterentwickelt. Das Phaenomen des Elite-Tourismus und der weniger bedeutende Randtourismus haben sich zur wirtschaftlich ueberwiegenden Geldeinnahme verwandelt.

Heute wie auch frueher ist das Hotel Benaco an den Namen der Familie gebunden, heute Nodari, frueher Mandelli, und hat nicht den eigenen Ursprung vergessen, die gluecklichen und auch dramatischen Momente, die ganz eigene Geschichte.
Unsere Gastfreundschaft, zu Beginn zurueckhaltend und manchmal auch misstrauisch, ist echt. Sie hat sich immer weiterentwickelt und sich als konkurrenzfaehig erwiesen.

Unser Blick zurueck auf die Geschichte des Hotel Benaco geht nun zu Ende. Im Jahre 2008 feiern wir unser 100. Jubilaeum, eine neue Saison beginnt, hoffen wir, dass es noch unzaehlige weitere geben wird.

 

Famiglie Nodari
Giovanni, Anna, Stefano, Claudio e Lorenzo

Übersetzung von Anita Benezeder, ueberlesen Gabriele Wittfeld.

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